Wir über uns

  1. Der Deutsche Juristen-Fakultätentag (DJFT) ist der Zusammenschluss von 44 Rechtswissenschaftlichen Fakultäten und Fachbereichen in der Bundesrepublik Deutschland. Seit der Satzungsänderung im Jahre 2011 (Beschluss DJFT 2011/IV) umfasst er zudem gegenwärtig acht assoziierte deutschsprachige Fakultäten anderer Länder, derzeit aus Österreich, Ungarn und der Schweiz. Sein satzungsgemäßer Sitz ist Berlin.
  1. Der Deutsche Juristen-Fakultätentag kann auf eine über 90-jährige bewegte Geschichte zurückblicken (vgl. bis 1995: Knemeyer, 75 Jahre Deutscher Juristen-Fakultätentag, 2. Aufl., 1995). Seine Gründung geht auf den April 1920 zurück, als sich die Dekane der damals 23 Juristischen Rechtswissenschaftlichen sowie Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultäten im Deutschen Reich auf Initiative der Hallenser Juristen-Fakultät in Halle trafen. Die im Jahre 1950 neu konstituierte Ständige Konferenz der Juristischen Fakultäten der Bundesrepublik und der Freien Universität Berlin gewann im Zuge der zahlreichen Neugründungen von Universitäten und Fakultäten in der Nachkriegszeit rasch an Mitgliedern. Mitte der 1980er Jahre setzte sich der heutige Name „Deutscher Juristen-Fakultätentag“ durch. Die Aufnahme der Juristischen Fakultäten der neuen Länder im Jahr 1992 bedeutete einen neuen Meilenstein in der Entwicklung des Fakultätentages. Entscheidende interne Reformen brachte das Jahr 2000: der Fakultätentag gab sich zum ersten Mal in seiner Geschichte eine geschriebene Satzung und organisierte sich als nichtrechtsfähiger Verein. 2012 traten dem Deutschen Juristen-Fakultätentag sieben ausländische rechtswissenschaftliche Fakultäten aus Österreich, Ungarn und der Schweiz als assoziierte Mitglieder bei.
  1.  Der Deutsche Juristen-Fakultätentag dient der Förderung der Zusammenarbeit und des Informations- und Erfahrungsaustausches zwischen den Rechtswissenschaftlichen Fakultäten über hochschul- und wissenschaftspolitische Entwicklungen und Problemstellungen, um ungeachtet der föderalen Strukturen und des Wettbewerbs zwischen den Fakultäten und Fachbereichen ein gewisses Maß an Einheitlichkeit und Vergleichbarkeit der Studieninhalte und -bedingungen zu gewährleisten. Diese universitäts- und länderübergreifende Zusammenarbeit ist, etwa in Art. 16 BayHSchG gesetzlich verankert.
  1. Der Deutsche Juristen-Fakultätentag vertritt darüber hinaus die Interessen seiner Mitglieder in der Öffentlichkeit und wirkt auf die politische Willensbildung, u.a. durch das Gespräch mit Parlamenten, Behörden, Wissenschaftsorganisationen (HRK, WR, DFG, DAAD, Stifterverband) und Verbänden, ein. Er steht in regem Kontakt mit den Justiz-Ministerien des Bundes und der Länder, den Landesjustizprüfungsämtern sowie europäischen und ausländischen Einrichtungen. Der Deutsche Juristen-Fakultätentag vertritt die Gesamtheit der deutschen Juristischen Fakultäten auf europäischer Ebene in der Europäischen Vereinigung Juristischer Fakultäten (European Law Faculties Association – ELFA), auf interfakultärer Ebene im Allgemeinen Fakultätentag (AFT) und auf universitätspolitischer Ebene in der Hochschulrektorenkonferenz (HRK).
  1. Während in den 1980er und 1990er Jahren die Schwerpunkte der Arbeit des Deutschen Juristen-Fakultätentages in der Vereinheitlichung der Juristenausbildung, in der Studienzeitverkürzung und in Kapazitätsbemessungen lagen, war der Deutsche Juristen-Fakultätentag in jüngerer Zeit wesentlich an der Reform der Juristen-Ausbildung des Jahres 2003 beteiligt. In der Folgezeit setzte er sich erfolgreich für die Beibehaltung des Staatsexamens als Zugangsvoraussetzung zu den spezifisch juristischen Berufen ein (Richter, Rechtsanwalt, Staatsanwalt, Verwaltungsbeamte des höheren Dienstes) und damit gegen eine undifferenzierte Vereinheitlichung sämtlicher Hochschulabschlüsse nach dem Bachelor- und Masterschema (sog. Bologna-System). Entscheidender Beweggrund dafür war und ist das Bestreben, die alles in allem erfolgreiche und weltweit attraktive spezifisch deutsche Rechtskultur zu bewahren und zu entwickeln, die sich vor allem durch eine – im internationalen Vergleich außergewöhnliche – Nähe von Rechtswissenschaft und juristischer Praxis auszeichnet und sich in der Ausbildung am Leitbild der entscheidungsbefähigten juristischen Persönlichkeit orientiert (Einheitsjurist und Volljurist). Im Jahre 2012 beschloss die Justizministerkonferenz die Beibehaltung dieses Systems mit zwei Staatsexamen. Die Umsetzung und Konsequenzen der im Jahre 2003 eingeführten universitären Schwerpunktbereichsprüfung beobachtet der Deutsche Juristen-Fakultätentag durch jährliche statistische Erhebungen zu den angebotenen Schwerpunktbereichen und den darin erzielten Ergebnissen. Für den 94. Deutschen Juristen-Fakultätentag 2014 ist die Erstellung eines Meinungsbildes der Fakultäten zu den Erfahrungen und möglichen Reformerfordernissen der universitären Schwerpunktbereichsprüfung vorgesehen.
  1. Seit 2015 ist Prof. Dr. Joachim Lege Vorsitzender des Deutschen Juristen-Fakultätentages. Nach Würzburg (1973-1995), Jena (1996-2002), München (2002-2009), Hannover (2009-2013) und Heidelberg (2013-2015) befindet sich die Geschäftsstelle seit 2015 an der Juristischen Fakultät der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. Hier findet auch die jährliche Mitgliederversammlung des Juristen-Fakultätentages statt. Der 97. Deutsche Juristen-Fakultätentag wird am 22. und 23. Juni 2017 stattfinden.

 

Stand: Februar 2017