DJFT verurteilt russischen Raketenangriff auf Rechtsakademie in Odessa

Der Deutsche Juristen-Fakultätentag ist zutiefst erschüttert über den jüngsten Raketenangriff Russlands auf die Rechtsakademie von Odessa. Die Behörden melden mehrere Todesopfer und Verletzte. Den Angehörigen gilt unser tiefes Mitgefühl. Die Rechtsakademie, deren Ursprünge ins 19. Jahrhundert zurückgehen, unterhält wissenschaftliche Kooperationsbeziehungen mit Mitgliedern des DJFT und stellt eine wichtige juristische Ausbildungsstätte der Ukraine dar. Sie wurde durch den russischen Angriff schwer beschädigt. In Solidarität mit unseren ukrainischen Kolleginnen und Kollegen sowie den Studierenden trauern wir um die Opfer dieses tragischen Ereignisses und verurteilen den Angriff aufs Schärfste. Die Wahrung der Wissenschaftsfreiheit ist der erste Vereinszweck des DJFT (§ 2. Abs. 1). Wir können und wollen daher nicht schweigen, wenn durch den verheerenden Angriff die Rechtsakademie daran gehindert wird, Forschung und Lehre frei zu pflegen und durchzuführen. Cedant arma togae!

Nachwuchs in der Falle – Die Verkürzung der Vertragszeit für Postdocs im Kabinettsbeschluss zur Reform des WissZeitVG

Der gestern vom Kabinett verabschiedete Gesetzesentwurf zur Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes (WissZeitVG) zielt angeblich darauf ab, Planbarkeit und Attraktivität der wissenschaftlichen Karriere für Nachwuchswissenschaftler zu erhöhen. In Wirklichkeit bietet der Gesetzesentwurf keine Unterstützung gerade in der Phase, in der der wissenschaftliche Berufsweg einzuschlagen ist. Im Gegenteil: Die Verkürzung der Befristungsdauer für Postdoc-Verträge auf vier statt sechs Jahre stellt eine objektive Verschlechterung der Situation des wissenschaftlichen Nachwuchs dar und es erscheint fast zynisch, diese Verkürzung als Verbesserung präsentieren zu wollen. Auch die vorgesehene Möglichkeit einer Beschäftigungsverlängerung um weitere zwei Jahre (4+2-Regelung), ist angesichts der chronischen Unterfinanzierung der Universitäten als völlig unrealistisch zu betrachten, weil sie die verbindliche Zusage einer anschließenden unbefristeten Beschäftigung voraussetzt.

Der wissenschaftliche Nachwuchs benötigt nicht weniger Zeit und daher schlechtere Bedingungen, um die Postdoc-Phase angemessen zu durchlaufen, sondern mehr Stellen, auf welche man sich nach abgeschlossener Qualifikationsphase bewerben kann. Die vom Gesetzesentwurf bezweckte Planbarkeit ist nichts anderes als das Wissen, dass man weniger Zeit zum Habilitieren haben wird.

Es bleibt zu hoffen, dass im Laufe des Gesetzgebungsverfahrens Anpassungen möglich sein werden, die, wenn nicht zu einer Verbesserung, mindestens zu der Vermeidung einer Verschlechterung der Rahmenbedingungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs führen.

Treffen der Vorsitzenden mit dem Bundesjustizminister

Am 30.10. traf sich die Vorsitzende mit dem Bundesjustizminister Dr. Marco Buschmann in Berlin.

In dem Gespräch, das mehr als eine Stunde dauerte wurden allgemeine Themen der juristischen Ausbildung erörtert. Bundesjustizminister Buschmann und Prof. Chiusi waren über die Bedeutung des Staatsexamens für die juristische Ausbildung einig. Ein wichtiges Thema des Gesprächs war auch die Rolle der Digitalisierung in der juristischen Ausbildung und allgemein im juristischen Leben.

©Bundesministerium der Justiz

Beschlüsse des 101. Deutschen Juristen-Fakultätentages

Die folgenden Beschlüsse wurden beim 101. Deutschen Juristen-Fakultätentag einstimmig beschlossen.